Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black - Luxor Auf zu neuen Ufern

Luxor - Auf zu neuen Ufern

Übersetzt von Renate Warren

Die Existenz von Pharao Nachtifi haben Kate und ihre Freunde Alex und Kairo inzwischen gesichert, aber der Zauberer, der Luxor seit Jahrtausenden unsicher macht, richtet aus seinem eigenen Grab heraus immer noch großes Unheil an. Um das Diesseits und das Jenseits endgültig von seiner Terrorherrschaft zu befreien, werden die drei Jugendlichen von ihren historischen Verwandten mit der unmöglichen Aufgabe betraut, die Zutaten für eine Zaubermischung zu finden, mit der allein ihr Gegner endgültig besiegt werden kann.

Seit undenklichen Zeiten hat niemand mehr diese Zutaten zu Gesicht bekommen. Ihre Suche führt die drei Freunde mitten hinein in das pulsierende Leben des modernen Luxor, zur Begräbnisstätte der altägyptischen Apis-Stiere, auf eine Zeitreise in Echnatons Stadt Amarna und in das antike Krokodilopolis. Unterdessen machen im Hintergrund Ramses der Große und sein Freund Gadeem schockierende Pläne für die finale Schlacht gegen den Zauberer.

Kate findet im Laufe der Abenteuer etwas, was ihr lieber ist als alles andere auf der Welt, Alex verliebt sich neu, und Kairo erkennt, dass er eine tiefere Weisheit besitzt, als er sich selbst zugetraut hat.

Am Ende des Buches, dem dritten und letzten der Zauberer-Trilogie, schlagen die drei jungen Abenteurer jeweils ganz neue Lebenswege ein. Was vor ihnen liegt, wissen sie nicht, sie ahnen nur, dass Ägypten sie nie loslassen wird.

Scarabs

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Kate und Kairo hatten das Quietschen nicht gehört. Die Television Street war immer laut, quietschende Bremsen gehörten zum Alltag. Spöttisch bedankte sich Kate bei Alex für die unverhoffte Aufmerksamkeit, während er auf den Motorradfahrer starrte, der hinter ihr herangebraust kam, aus unerfindlichen Gründen die Bremsen blockierte und geradewegs in die Reifenwerkstatt raste. Das Motorrad krachte mitsamt Fahrer gegen die Metallwanne, das ölige Schmutzwasser ergoss sich über die Straße. Dadurch geriet das weit über Tempolimit fahrende Auto hinter dem Motorrad ins Schleudern und rammte ein am Straßenrand geparktes Auto so gewaltig, dass dieses über den Bürgersteig durch die Frontscheibe eines Ladens für Brautkleider schoss. Grellbunte Stoffberge in Orange, Türkis, Limonengrün und Rosa flogen durch die Luft, leere Ärmel wehten auf und ab wie von einem Gespenst. Durch die Wucht des Aufpralls war das fahrende Auto rückwärts auf einen Strommast in der Straßenmitte geknallt, der sich daraufhin neigte und immer weiter neigte und schließlich mitsamt Stromkabeln zu Boden stürzte. Die Kabel zerbarsten und zuckten wie aggressiv zischende Schlangen durch die Luft. Das erste Kabel, das den Boden berührte, setzte durch den entstehenden Funkenregen erst die Brautkleider aus hundert Prozent Kunstfaser in Flammen, dann ein geparktes Auto nach dem anderen. Die übrigen Kabel schienen wie von einer geheimnisvollen Macht gebändigt, sie hielten sich in grotesken Verrenkungen in der Luft. Aus dem geschäftigen Alltag der Television Street war in kürzester Zeit ein brennendes Chaos geworden, mit lauten Explosionen und panisch schreienden Menschen, die in alle Richtungen davonrannten. Eine ganz normale, ägyptische Einkaufsstraße hatte sich in einen Kriegsschauplatz verwandelt.

Aus: Band 3, Luxor – auf zu neuen Ufern, Kapitel 16